Spendenschwerpunkt Juni/Juli 2013
Trauma-Behandlung von Kindern und Jugendlichen aus Sderot
Nachdem palästinensische Terroristen im Gazastreifen die im November 2012 geschlossene Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas seit Februar 2013 gebrochen haben, hat sich die Sicherheitslage im Südwesten Israels wieder verschärft. Und wieder sind es die rund 20 000 Einwohner der Kleinstadt Sderot, etwa einen Kilometer vom Gazastreifen entfernt, die in besonderer Weise unter der ständigen Bedrohung von Raketenangriffen leiden.
In Sderot und in der Umgebung der Stadt gingen in den vergangenen zwölf Jahren mehr als 10 000 Raketen und Mörsergranaten nieder, meist aus Eigenproduktion palästinensischer Terroristen, andere aus Syrien, von der Hisbollah, aus Russland und dem Iran, eingeschleust über Schmugglertunnel an der ägyptischen Grenze. Die Geschosse wurden und werden abgefeuert, um Angst, Schrecken und Tod zu verbreiten und möglichst viel Schaden anzurichten. Nach dem vollständigen israelischen Rückzug aus Gaza im Sommer 2005 hoffte Israel auf Frieden, doch die Antwort waren noch mehr Raketen. Daraufhin ist in den Folgejahren rund ein Viertel der Bevölkerung aus Verzweiflung weggezogen. Den Zurückgebliebenen fehlte meist das Geld für einen Umzug, ihre Häuser sind wegen des Terrors praktisch unverkäuflich. Als Reaktion hat die israelische Armee im Dezember 2008/Januar 2009 die Militäroperation „Gegossenes Blei“ und im November 2012 die Militäroperation „Wolkensäule“ durchgeführt. In beiden Fällen wurden Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas geschlossen, die aber von palästinensischen Terroristen nach relativ kurzer Zeit wieder gebrochen wurden.
Frühwarnsystem Seit 2004 gibt es ein Radar-Frühwarnsystem für Sderot und Umgebung. Sobald ein Raketenabschuss geortet ist, ertönt im errechneten Zielgebiet über Lautsprecher das Stichwort „Zewa Adom“ („Farbe Rot“). Bis zum Einschlag sind es in Sderot 15 Sekunden. Einen Raketen-Alarm erlebten Mitarbeiter von Christen an der Seite Israels/International am 20. April 2011 hautnah mit, kurz nachdem sie von Sderot in Aschkelon ankamen und dort ein Geschoss in wenigen hundert Metern Entfernung einschlug. Menschen wurden zwar nicht getroffen, aber zwei Personen mussten mit einem Schock ins Krankenhaus. Jede Schule, jeder Kindergarten, jede Bushaltestelle, jeder Supermarkt, praktisch jedes Gebäude verfügt über einen Raketenschutzraum oder einen mobilen Raketenschutz-Unterstand in der Nähe. Seit 2008 unterstützt Christen an der Seite Israels/International Sderot mit Spenden für solche Schutzunterstände. Der erste von uns gespendete Unterstand wurde im Januar 2009 in Anwesenheit des örtlichen Bürgermeisters seiner Bestimmung übergeben.
Therapiemaßnahmen Inzwischen ist Sderot ausreichend mit Schutzeinrichtungen versorgt. Deshalb ist in Absprache mit Keren Hayesod unser neuer Spendenschwerpunkt für die Stadt die Unterstützung der dringend notwendigen Trauma-Behandlung von Kindern und Jugendlichen, in Einzel- und Gruppentherapie, verbunden mit zusätzli- chen Fördermaßnahmen. Denn viele Bewohner in Sderot leiden an einem posttraumatischen Schocksyndrom. Bei den Kindern und Jugendlichen sind es sogar rund 70 Prozent, aber auch Mütter und Väter, Alte und Behinderte sind stark betroff en. Die Therapiemaßnahmen sollen den Traumatisierten neuen Lebensmut geben und ihnen ein möglichst normales Leben ermöglichen. Für uns als Christen an der Seite Israels in Deutschland und Österreich ist dies eine Möglichkeit, der doppelten Aufforderung Gottes in Jesaja 40, 1 nachzukommen: „Tröstet, Tröstet mein Volk!“ Redaktion/Dr. Wolfgang Schuler
Wenn Ihnen die Hilfe für die traumatisierten jungen Menschen in Sderot auf dem Herzen liegt, bitten wir Sie um eine Spende für diese Therapiemaßnahmen.
Spenden-Stichwort: Sderot
Bild: Shara und ihre siebenjährige Tochter Lian im Schockzustand, nachdem kurz zuvor am 21. März 2013 eine Rakete aus dem Gazastreifen in ihrem Haus in Sderot eingeschlagen war. Foto: Tsafrir Abayov/Flash90
Lesen Sie dazu den Bericht in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitung Israelaktuell.de
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