Christen an der Seite Israels kümmert sich um verarmte Holocaust-Überlebende in der Ukraine. Durch persönliche Besuche, Lebensmittelpakete und weitere praktische Unterstützung erfahren die Überlebenden in ihren letzten Lebensjahren noch etwas Trost und dürfen erleben, dass sie jemandem wichtig sind.

Als wir Olga in der Ukraine gefunden hatten, war es, als ob uns ein ganz kostbarer Schatz in die Hände gefallen war. Olga sitzt im Halbdunkeln ihrer Lehmhütte, die uns eher an einen Stall erinnert. Als wir sie nach ihrer Herkunft fragen, fängt sie an zu weinen: „Wir haben bei Kiew gewohnt. Sie haben uns nach Babi Jar getrieben – Papa, Mama, mein Brüderchen und mich. Mama konnte mich noch schnell ihrer ukrainischen Freundin in die Hand drücken, dann wurden sie alle erschossen. Meine ukrainische Mutter hat mich zu sich genommen, sie hat mir das Leben gerettet.“ Unsere Tränen vermischten sich mit ihren. Wir waren geschockt und tief berührt. Wir blieben eine Zeit lang bei ihr und spendeten ihr Trost

In dieser verfallenen Lehmhütte lebt Olga. (Foto: R. Hermann)

Als wir Abends nach weiteren Besuchen bei Holocaust-Überlebenden noch einmal bei ihr vorbeischauen, hat sie schon den halben Strudel aus ihrem Lebensmittelpaket aufgegessen. Wir drücken ihr ein weiteres Paket in die Hand. Immer wieder umarmt sie uns, immer wieder fließen Tränen. Unfassbar, dass sie so lange mit ihrem Leid alleine war. Und wie wunderbar, dass wir sie jetzt noch trösten dürfen!

Ein paar Wochen nach dieser ersten Begegnung hat sich ein Teil des Vorstands von Christen an der Seite Israels auf den Weg gemacht, um Olga erneut zu besuchen. Für alle war diese weitere Begegnung eine tief bewegende Erfahrung. „Ihr seid jetzt alle meine Kinderlein“, sagte Olga immer wieder unter Tränen zu unserem Team aus Deutschland. „Kommt wieder, selbst wenn ihr nächstes Mal nichts mitbringt! Ich werde für euch weiterleben, nur um euch wiederzusehen!“

Die Begegnung mit Olga hat uns alle tief berührt. (Foto: R. Hermann)