Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat bei seinem Staatsbesuch in Israel angekündigt, eine Handelsmission mit diplomatischem Status in Jerusalem zu eröffnen. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu begrüßte diese Ankündigung und ergänzte: „Ich hoffe, das ist der erste Schritt zu einer Eröffnung der brasilianischen Botschaft in Jerusalem.“

Brasiliens Präsident Bolsonaro (links) und Israels Premier Netanjahu am 31. März 2019 im Büro des israelischen Regierungschefs in Jerusalem. Foto: GPO/ Kobi Gideon

Bolsonaro hatte nach seinem Wahlsieg Ende Oktober 2018 in einem Tweet vom 1. November 2018 sein Wahlkampfversprechen bekräftigt, die Botschaft nach Jerusalem verlegen zu wollen. Zuletzt äußerte er sich jedoch zurückhaltender zu diesem Thema. „(US-Präsident Donald) Trump hat neun Monate gebraucht, um den Umzug der Botschaft zu beschließen“, sagte er am 28. März 2019 auf einer Gedenkveranstaltung in Brasília.

 

„Partnerschaft der Werte spürbar“

Israel ist die erste Reisestation Bolsonaros außerhalb Amerikas. Der Besuch war von Herzlichkeit geprägt. Netanjahu empfing den Präsidenten am 31. März 2019 am Flughafen und lobte ihn für seinen „tiefen Glauben in unser gemeinsames Erbe“. Bolsonaro wie auch seine Frau Michelle bekennen sich zum Christentum. Am Abend des Tages lud Netanjahu den Staatsgast zum Dinner in seine Residenz in Jerusalem ein.

Zudem nannte Netanjahu den brasilianischen Außenminister Ernesto Araújo sowie den Senator Flávio Bolsonaro, die zur brasilianischen Delegation gehörten, „treue Freunde Israels“. Flávio Bolsonaro ist der Sohn des Präsidenten.

Die beiden Länder vereinbarten eine Reihe von Abkommen, unter anderem im Bereich der Wasserwirtschaft und der Cybersicherheit. „Aber das wichtigste Abkommen ist das Abkommen des Herzens. Wir spüren eine Partnerschaft der Werte und der Ansichten in allen Bereichen“, betonte Netanjahu laut Mitteilung des Außenministeriums.

Bereits bei einem Besuch Netanjahus zum Amtsantritt Bolsonaros zur Jahreswende riefen die beiden Staatsmänner eine „neue Ära“ der Beziehungen zwischen den beiden Ländern aus. Nach seiner Vereidigung ging Bolsonaro als erstes auf Netanjahu und seine Frau Sara zu, um Glückwünsche in Empfang zu nehmen.

Palästinenser: Verletzung internationalen Rechts

Das palästinensische Außenministerium verurteilte das Vorhaben Brasiliens „auf das Schärfste“. Es handele sich um eine „Verletzung internationalen Rechts“ und eine „direkte Aggression gegen das palästinensische Volk“, hieß es laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA in einer Mitteilung am 31. März 2019. Das Ministerium werde nun über „angemessene Entscheidungen“ nachdenken, um dieser Situation zu begegnen.

Bereits die Ankündigung der Botschaftsverlegung stieß in der arabischen Welt auf Kritik. Die Arabische Liga teilte Bolsonaro schriftlich mit, damit könne eine Verschlechterung der Beziehungen einhergehen. (Israelnetz)

 

 

 

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