Neue Beweise für die weit mehr als 2.000 Jahre alten jüdischen Beziehungen zum Großraum Jerusalem sind kürzlich bei einer Notgrabung im Stadtteil Scharafat im Süden Jerusalems nahe dem Bibel-Zoo entdeckt worden. An einem Ort, der heute ein relativ unterentwickeltes, gemischt muslimisches und christlich-arabisches Viertel in Jerusalem ist, fanden Archäologen der israelischen Altertümerbehörde ein großes landwirtschaftliches Dorf aus der Hasmonäerzeit, etwa 140 vor Christus.

Die Ölpresse in dem Hasmonäer-Dorf in Jerusalem, das Archäologen der israelischen Altertümerbehörde kürzlich entdeckt haben. Foto: Hadas Parush/Flash90

 

In Vorbereitung auf den Bau einer neuen Grundschule in Scharafat wurde eine Grabung von der Stadt Jerusalem finanziert. Vor dem Abschluss der Ausgrabung am 27. März 2019 entdeckten Archäologen ein beeindruckendes Gräberfeld, eine Ölpresse, Glasfragmente, rituelle Bäder, eine Wasserzisterne und Steinbrüche. Alles stammt aus der Zeit um 140 vor Christus.

Entdeckung eines antiken Taubenschlages

Die Einwohnerzahl hat sich in Jerusalem unter den Hasmonäern verfünffacht: von einem relativ kleinen Gebiet in der Stadt David mit etwa 5.000 Einwohnern zu einer Bevölkerung von etwa 30.000 Einwohnern. Diese Bewohner mussten ernährt werden. Die jüngsten Ausgrabungen deuten auf eine große landwirtschaftliche Siedlung hin, die möglicherweise Lebensmittel für die nahegelegene Stadt geliefert hat.

Zu den interessanteren architektonischen Elementen gehört ein großer Taubenschlag, in dem Tauben schliefen. Wie in der Zeit des Zweiten Tempels üblich, wurden Tauben sowohl als Tempelopfer als auch als Nahrungsquelle gezüchtet: Der Vogel und seine Eier wurden gegessen, während seine Exkremente als Dünger verwendet wurden. Von: Ulrich W. Sahm/Israelnetz

 

 

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