Angesichts anhaltender Brände hat Israel europäische Staaten um Unterstützung gebeten. Am 24. Mai 2019 machten sich Löschflugzeuge aus Griechenland, Italien, Kroatien und Zypern auf den Weg. Der Sprecher des Außenministeriums, Emmanuel Nachschon, dankte den Ländern für deren Hilfe. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu dankte Ägypten für die Bereitstellung zweier Hubschrauber.

Zahlreiche Autos und Wohnhäuser wurden Opfer der Flammen. Foto: ISRANET

 

Aufgrund der Hitzewelle sind über das ganze Land verteilt etwa 20 Brände ausgebrochen. Der erste entstand nahe der Ortschaft Beit Hagai in den südlichen Hebronbergen. Insgesamt mussten 3.500 Israelis evakuiert werden, darunter Bewohner des Moschav Mevo Modi’in, einst gegründet vom „singenden Rabbi“ Schlomo Carlebach (1925–1994). Eines der beiden größten Feuer wütete nahe des Kibbutz Har’el, 27 Kilometer westlich von Jerusalem. Dort fielen mindestens sechs Wohnhäuser den Flammen zum Opfer.

Am 24. Mai 2019 konnten die Evakuierten zum Teil wieder in ihre Ortschaften zurückkehren. Allerdings erwartete die Feuerwehr noch weitere Brände.

Stromausfall in Eilat

Bislang sind nur leichte Verletzungen zu vermelden. Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin dankte auch deswegen den Rettungskräften, die am 23. Mai 2019 den ganzen Tag über im Einsatz waren: „Wir haben Dinge dieser Art in entwickelten Ländern gesehen, und da gibt es normalerweise Todesfälle“, sagte er laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Die Temperaturen waren am 24. Mai 2019 in manchen Gegenden zwischen Jerusalem und Tel Aviv auf bis zu 43 Grad Celsius gestiegen. Am Toten Meer und im Jordantal wurden 48 Grad gemessen. In Eilat zerstörte ein Feuer einen Strommast, große Teile der Stadt hatten über die Nacht keinen Strom. Bewohner und Touristen mussten daher ohne Klimaanlagen auskommen. Die Temperaturen sollen am 25. Mai 2019 leicht zurückgehen, jedoch weiter über dem jahreszeitlichen Durchschnitt bleiben.

 

Gefahr durch Brandterror

Sorgen bereiten weiterhin die Brandanschläge durch Ballons aus dem Gazastreifen. „Der Ballonterror könnte schlimmer werden als bislang, je nachdem wie der Wind steht“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem Armeeradio.

Die bislang letzten größeren Feuer waren in Israel im November 2016 ausgebrochen. Auch damals halfen Länder der Region bei der Brandbekämpfung. (Israelnetz)