Bild: Oron, Aviv und Ran beim Eisessen in Nagold

Ihre Urgroßeltern haben den Kibbuz mit aufgebaut

Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen Ran, Oron und die kleine Aviv im Flieger zurück nach Israel. Eine Woche waren sie über das TOHP (Terroropfer-Hilfsprojekt) in Heidelberg und zwei Tage waren sie auch meine Gäste, hier im Schwarzwald. Sie wohnen am Gazastreifen in dem kleinen Kibbuz Re‘im im Süden Israels. Oron ist, wie auch ihre Eltern und Großeltern, dort aufgewachsen. Ihre Urgroßeltern haben den Kibbuz mit aufgebaut. Sie alle sind in dieser Gegend sehr verwurzelt und mit Land und Leuten sehr verbunden. Täglich kommt Avivs Opa auf seiner Morgenrunde kurz am Kindergarten vorbei, um sie zu begrüßen.

Letztes Jahr, als die mit Brandsätzen bestückten Ballons aus Gaza viele Felder in Brand steckten, machte es auch vor Re’im keinen Halt. Sie wussten nicht, ob sie nur Hab und Gut verlieren werden oder auch ihr Zuhause! Die 690 Raketen innerhalb von 48 Stunden, die vor wenigen Wochen aus Gaza gefeuert wurden, hinterließen auch in ihrem Leben tiefe Spuren. Ran leidet sehr stark unter PTSD (Posttrauma). Wenn ich in seine Augen schaue, sehe ich den ganzen Schmerz und das Leid, durch das er geht, und kann doch nur von Weitem einen Hauch davon erfassen, was es bedeutet, dort zu leben. Für sie gibt es keinen besseren Ort, um zu leben und ihre Tochter groß zu ziehen, als Re‘im. Nirgendwo sonst erleben sie so viel Verständnis, Rückhalt, Verbundenheit und Zusammenhalt als mit den Menschen, mit denen sie im „selben Boot“ sitzen beziehungsweise in Re’im leben. Irgendwie beneidenswert…

Autor: Delly Hezel

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