Israel begrüßt den Beitritt Portugals als vollwertiges Mitglied der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA). Damit gehören der IHRA jetzt 34 Länder an, unter ihnen auch Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Ungarn, die USA und Israel.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (links) und sein portugiesischer Amtskollege Antonio Costa am 5. Dezember 2019 in Lissabon. Bei dem Treffen lobte Netanjahu den Beitritt Portugals zur IHRA und rief das Land dazu auf, sich der US-Position anzuschließen, um den Druck gegen den Iran zu erhöhen. Foto: GPO/Kobi Gideon

 

Im letzten Jahrzehnt hatte Portugal Beobachter-Status in der Organisation. Während der IHRA-Plenarsitzung in Luxemburg am 4. Dezember 2019 wurde das westeuropäische Land zum vollwertigen Mitglied gewählt.

Kampf gegen Antisemitismus

Die Ausweitung der IHRA und der Beitritt zusätzlicher Länder ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antisemitismus, was gegenwärtig leider immer notwendiger wird. Der Beitritt folgte auf die Entscheidung des französischen Parlaments, die Definition für Antisemitismus der IHRA anzunehmen.

Folgende Arbeitsdefinition des Antisemitismus hat die IHRA im Jahre 2016 festgelegt: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeinde-Institutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

„Der Vergangenheit gedenken, um die Zukunft zu sichern“

Israel war bei der Konferenz durch eine Delegation unter Führung des Außenministeriums des Staates Israel, Yad Vashem und Vertretern des Ghetto Fighters‘ House vertreten.

Für das Außenministerium des Staates Israel hat der Kampf gegen Antisemitismus oberste Priorität. Es engagiert sich in der IHRA und organisiert in diesem Rahmen internationale Konferenzen, Dialoge und Beratungen mit europäischen Ländern, der Europäischen Union, um eine Kooperation im Kampf gegen Antisemitismus voranzubringen.

Der israelische Außenminister Israel Katz sagte dazu: „Holocaust-Gedenken und der Kampf gegen Antisemitismus sind miteinander verbunden – wir müssen der Vergangenheit gedenken, um die Zukunft zu sichern. Antisemitismus ist eine Krankheit, die nicht nur eine Gefahr für das jüdische Volk darstellt, sondern für jede Gesellschaft und jedes Land. Der gemeinsame Einsatz, Antisemitismus zu beseitigen, ist eine moralische Pflicht und Notwendigkeit.“ (Außenministerium des Staates Israel/Redaktion)​​