Die Vorbereitungen für die israelische Mondmission 2019 gehen in die Endphase: Die Initiatoren haben kürzlich eine Zeitkapsel vorgestellt, die verschiedene für Israel bedeutende Dokumente enthält. Sie soll nach dem Flug des unbemannten Raumschiffes „Bereschit“ auf dem Mond bleiben. Der Name „Bereschit“ bedeutet „Im Anfang“ und ist die hebräische Bezeichnung für das 1. Buch Mose.

Das israelische Raumfahrzeug „Bereschit“ bei Israel Aerospace Industries (IAI) in Yahud nördlich des Ben Gurion-Flughafens bei Tel Aviv. Foto: Flash90

Wenn die Weltraummission erfolgreich verläuft, wäre Israel nach den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China die vierte Nation weltweit, die mit einem Raumfahrzeug auf dem Mond landet.

Die Zeitkapsel enthält drei Disketten mit Dateien. Zu den Dokumenten gehören die israelische Unabhängigkeitserklärung und die Nationalhymne. Ferner finden sich eine Flagge, eine Hebräische Bibel und Kinderzeichnungen in der „Schatzkiste“. Die Initiatoren hoffen, dass spätere Weltraumreisende die Dokumente finden werden, wenn sie auf dem Mond landen.

Die Zeitkapsel wurde in Jehud bei Tel Aviv von den Unternehmen „SpaceIL“ und „Israel Aerospace Industries“ vorgestellt. Dort wartet das fertige Raumfahrzeug auf einen genauen Starttermin. Bislang ist nur bekannt, dass die „Bereschit“ im Februar 2019 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus starten soll. Die Firmen arbeiten bei dem Projekt mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zusammen.

Nachschlagewerke und ein Reisesegen
Dem Bericht zufolge stecken in der Kapsel auch Wörterbücher in 27 Sprachen, Nachschlagewerke, israelische Lieder und der jüdische Reisesegen. Zeugnisse von israelischer Kunst, Forschung und Literatur sind ebenso vorhanden wie Informationen über wissenschaftliche und technologische Entdeckungen, welche die Welt beeinflusst haben. Hinzu kommen Fotos von israelischen Landschaften.

Flaggenhissung geplant

Das Raumfahrzeug „Bereschit“, das vier Karbon-Fiberglas-Beine besitzt, hat die Form eines runden Tisches. Ins All gebracht wird es mit Hilfe einer SpaceX’S-Falkon-9-Rakete vom Startgelände Cape Canaveral in Florida. Das Fahrzeug sammelt, sobald es gelandet ist, Daten und Fotos vom Mond für das israelische Weizmann-Institut.

„Wir werden die israelische Flagge auf den Mond setzen“, sagt der Chef von „SpaceIL“, Ido Anteby. „Es ist ein kleines, intelligentes Raumfahrzeug mit zwei Metern Durchmesser. Es ist eineinhalb Meter hoch und 600 Kilogramm schwer.“ Die Flugzeit bis zum Mond wird länger dauern als bei anderen Projekten, weil das Raumfahrzeug bei einer Höhe von 60.000 Kilometern von der Rakete abgekoppelt wird, um Treibstoff zu sparen. Es soll in einem elliptischen Orbit um die Erde kreisen, bis es den Mond erreicht.

Milliardär zahlt Großteil der 81 Millionen Euro

Wenn es auf dem Mond gelandet ist, soll das Fahrzeug komplett autonom arbeiten. Als erster Arbeitsschritt ist das Hissen der israelischen Flagge geplant. Die Firma „SpaceIL“, die inzwischen in Tel Aviv beheimatet ist, wurde 2011 von den drei Technikern Jariv Basch, Kfir Damari und Jonatan Weintraub gegründet. Diese nahmen an dem weltweiten Wettbewerb Lunar Xprize der amerikanischen Firma Google teil. Da aber keine der Firmen die Zeitgrenzen des Wettbewerbs einhalten konnte, wurden die umgerechnet 17 Millionen Euro Preisgeld nicht ausgeschüttet. Das israelische Team konnte sich aber glücklich schätzen, dass der südafrikanisch-israelische Milliardär Morris Kahn das Projekt finanziell weiter unterstützte. Ein Großteil der 81 Millionen Euro bezahlte er und wurde auch Präsident von „SpaceIL“. Er wünscht sich, dass das Projekt zukünftige israelische Wissenschaftler bei ihrer Arbeit inspirieren wird.  

„SpaceIL“ wurde 2011 für die erste israelische Mondmission gegründet. Die Non-Profit-Organisation will Kinder in Israel und in aller Welt inspirieren, Naturwissenschaften, Technologie, Maschinenbau und Mathematik zu studieren. (Israelnetz)

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