Das israelische Kernforschungszentrum erhält den Namen des früheren Staatspräsidenten Peres. Regierungschef Benjamin Netanjahu nutzte die Feierlichkeiten, um die Bedeutung militärischer Stärke im Nahen Osten hervorzuheben.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu am 29. August 2018 vor dem Kernforschungszentrum bei Dimona. Foto: GPO/Kobi Gideon

 

In seiner Rede warnte der israelische Premierminister die Feinde Israels vor einem Angriff. „Wer uns damit droht, uns auszulöschen, bringt sich in die gleiche Gefahr und wird jedenfalls sein Ziel nicht erreichen“, sagte der Likud-Chef am 29. August 2018 vor dem Kernforschungszentrum bei Dimona. Anlass war die Umbenennung der Forschungsstätte in „Schimon-Peres-Kernforschungszentrum im Negev“.

Netanjahu sagte mit Blick auf den früheren Staatspräsidenten Schimon Peres, dieser habe die Bedeutung einer guten Verteidigung verstanden. „Schimon strebte nach Frieden, aber er wusste, dass wahrer Friede nur dann erreicht wird, wenn wir unsere Verteidigungswaffen fest in den Händen halten.“ Im Nahen Osten gebe es keinen Platz für die Schwachen, ergänzte Netanjahu laut Mitteilung seines Büros.

Aus Sicht des Regierungschefs trägt diese Haltung bereits Früchte. Gegenwärtig normalisierten sich die Beziehungen Israels zu Ländern der arabischen Welt. „Die Starken werden geachtet, und Bündnisse machen sie stark. Am Ende wird Friede mit den Starken geschlossen.“

Peres als Architekt des israelischen Nuklearprogramms

Peres gilt als Architekt des israelischen Nuklearprogramms. Als Generaldirektor des Außenministeriums baute er in den 1950er Jahren enge Beziehungen zu Frankreich auf. Der jüdische Staat kam auf diese Weise an Atomreaktoren. Peres hatte einmal in einem Interview mit dem US-Magazin „Time“ gesagt, ohne das Nuklearprogramm und die Mutmaßungen über die nuklearen Fähigkeiten Israels hätte es keine Oslo-Verträge gegeben. „Viele Araber sind auf Verdacht hin zum Schluss gekommen, dass es sehr schwer ist, Israel zu zerstören.“ (Israelnetz)