Das Miteinander von Juden und Arabern in Israel ist besser als vielfach angenommen. Ein Beispiel dafür sind die Hand-in-Hand- Schulen, an denen der Unterricht zweisprachig in Hebräisch und Arabisch durchgeführt wird. In Jerusalem hat sich das gemeinsame Lernen so gut entwickelt, dass die dortige Hand-in- Hand-Schule jetzt ein Gymnasium bekommt.

Die Schule, die genau zwischen dem jüdischen Viertel Pat und dem arabischen Teil Bei Safata liegt, leistet vorbildliche Pionierarbeit: 50 Prozent der Kinder sollen jüdische Israelis, die andere Hälfte arabische Israelis sein. Unterrichtet wird vom Kindergarten bis zur 12. Klasse auf Hebräisch und Arabisch, von einer jüdischen und einer arabischen Lehrkraft.

Die Schüler und Schülerinnen der Hand-in-Hand-Schule kommen aus vielen verschiedenen Teilen Jerusalems. Am Unterricht nehmen jüdische, muslimische, christliche, drusische, tscherkessische und armenische, religiöse wie säkulare Schüler teil. Die Schule bekämpft Vorurteile, Ängste und Missverständnisse auf eine Weise, die Toleranz und Respekt für den anderen stärkt. Hebräisch und Arabisch haben den gleichen Stellenwert. Trotz aller Hindernisse und Herausforderungen führt die Schule ihren Bildungsweg – dank des Einsatzes der Lehrer und aller Fachkräfte – erfolgreich fort. Eltern und die Familien der Schüler sind involvierte Partner dieses Bildungswesens.

Beispiel für ganz Jerusalem
Diese einmalige Einrichtung ist ein Modell und positives Beispiel für alle Bewohner Jerusalems. Die Erwachsenen lernen von den Schülern, wie man gemeinsam lebt, gemeinsam lernt und Koexistenz fördert – in der Hoffnung, dass die Nachricht zur restlichen Bevölkerung der Stadt durchdringt. Da Israel zwei parallele Bildungssysteme unterhält, eines auf Hebräisch und eines auf Arabisch, haben die meisten Kinder selten die Möglichkeit, ihre Altersgenossen in anderen Bevölkerungsgruppen zu treffen.

Da das Schulgelände ursprünglich nur für 300 Schüler und Schülerinnen der Grund- und Mittelschule gebaut wurde (heute sind es mehr als 700 Kinder), ist ein neues Gebäude auf dem schon existierenden Gelände für den gymnasialen Zweig dringend nötig. Der Schulunterricht der Gymnasiasten findet zurzeit an akademisch unzumutbaren Orten statt, zum Beispiel in den Fluren und in Luftschutzbunkern. Das neue Gymnasium wird rund 2.500 Quadratmeter zusätzliche Fläche bieten und neben der bestehenden Turnhalle gebaut, ein Flügel des neuen Gymnasiums wird auf der Turnhalle errichtet. Der Grundstein ist bereits gelegt und in zwei Jahren soll die Einweihung stattfinden.

Spenden erforderlich
Das Projekt wird von der Jerusalem Foundation gefördert, ist allerdings auf weitere Spenden angewiesen. Christen an der Seite Israels – Österreich hat mit seinen Zuwendungen einen Beitrag zur Realisierung dieses wichtigen Bauvorhabens geleistet – und damit zur Weiterentwicklung dieser ausgezeichneten Hand-in-Hand-Schule beigetragen. Marie-Louise Weissenböck/Redaktion

Bildlegende:
Die Kinder und Jugendlichen der Hand-in-Hand-Schulen in Israel haben alle Fächer in Hebräisch und Arabisch. Die jüdischen und arabischen Schülerinnen und Schüler lernen hier, Berührungsängste abzubauen und mit Toleranz und Respekt miteinander umzugehen.