Terroristen aus Gaza haben im Jahr 2019 knapp 1.300 Raketen auf Israel abgefeuert – die höchste Zahl seit der Militäroperation „Starker Fels“ 2014. Jetzt hat das israelische Verteidigungsministerium die Entwicklung einer neuen Laser-Abwehrwaffe bekanntgegeben.

Eines der Häuser in der südisraelischen Stadt Aschkelon, die bei den Raketenangriffen am 4. und 5. Mai 2109 aus dem Gazastreifen schwer beschädigt wurden. Foto: Rivkin Fenton/Flash90

 

Der Großteil der Geschosse schlug 2019 in nicht bewohntem Gebiet ein, was unter anderem dem Raketenabwehrsystem Iron Dome zu verdanken ist. Dieses fing 478 der 1.295 Geschosse ab. Darüber hinaus gingen 729 der Raketen auf freiem Gebiet nieder. 2018 feuerten palästinensische Terroristen rund 1.000 Raketen auf den jüdischen Staat ab. Noch ein Jahr vorher waren es im Vergleich nur 35 Raketen. Damit ist die Zahl der Angriffe aus Gaza 2019 die höchste seit der Operation „Starker Fels“ 2014. Damals wurden 4.897 Geschosse auf Israel abgefeuert.

Die Zahlen veröffentlichte die israelische Armee am 3. Januar 2020. Israel wiederum griff demnach vergangenes Jahr rund 900 Terrorziele im Gazastreifen und 54 Ziele in Syrien an.

Weniger Anschläge in Judäa und Samaria

Die Anzahl der Terroranschläge in Judäa und Samaria ist dem Bericht nach gesunken. So gab es 2019 insgesamt 19 Schuss-, 12 Messer-, 1.400 Steinwurf- und 290 Brandbombenangriffe. Die Armee verhaftete 2.328 Terroristen. Im Jahr 2018 gab es 33 Schuss-, 17 Messer-, 1.881 Steinwurf- und 990 Brandbombenattacken.

Die israelische Lobbygruppe „Boomerang“ veröffentlichte ihren Jahresbericht von 2019 und benennt 2.370 Terrorangriffe in Judäa und Samaria für 2019. Die Gruppe beansprucht, jede einzelne Attacke auf Juden in der Region zu verzeichnen. Darunter seien 1.671 Steinwurfangriffe, 14 Schießereien und 569 Angriffe mit Brandbomben gegen Juden gewesen.

Aus dem Bericht der Armee geht zudem hervor, dass die Israelische Luftwaffe mit ihren Flugzeugen 1.800 Operationen im Land flog, die Hubschrauber führten 600 Einsätze durch.

Israel entwickelt neues Raketenabwehrsystem

Wenige Tage nachdem der Iran Israel Anfang Januar 2020 erneut mit Raketenbeschuss gedroht hat, gab das israelische Verteidigungsministerium die Entwicklung einer neuen Abwehrwaffe bekannt. „Wir beginnen ein neues Zeitalter der elektronischen Kriegsführung in der Luft, auf dem Land und auf dem Wasser“, erklärte dazu Brigadegeneral Janiv Rotem.

Das System mit dem Namen „Laserschwert“ bündelt mehrere kleine Laserstrahlen zu einem großen. Dieser leistungsstärkere elektrische Laser soll vom Boden und aus der Luft Raketen und Drohnen mit hoher Präzision und über große Entfernungen zerstören. Das neue System soll seine Ziele auch durch Sandstürme oder dichte Wolkendecken hindurch treffen. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Der Verteidigungsingenieur Uzi Rubin, der das israelische Raketenabwehrsystem „Arrow“ entwickelte, bezeichnete die neue Technologie als „Durchbruch“. Auch wenn die Neuentwicklung das alte System nicht ersetzen könne, so entlaste sie dieses doch. Der größte Vorteil der Laser-Abwehr sei die Kostenersparnis. Sie lasse sich nur mit Strom betreiben. „Ihr geht also nie die Munition aus.“

Umgerechnet kostet jeder Schuss weniger als einen Euro. Das aktuelle Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ verursacht dagegen bei jeder Abwehr mehrere zehntausend Euro Kosten. Die Kombination aus beiden sei „eine Veränderung des Spiels“ und „die Waffe der Zukunft“, erklärte Rotem.

Zeichen an Feinde

Am 8. Januar 2020 lobte Verteidigungsminister Naftali Bennett die Entwickler der Technologie. Israel sei führend bei bahnbrechenden Innovationen. Mit dem Laserprojekt würden die israelischen Verteidigungskräfte „mächtiger und fortschrittlicher“. Man werde „Laserschwert“ gegen die Bedrohungen im Norden und Süden einsetzen. „Die Feinde Israels sollten besser nicht unsere Entschlossenheit oder unsere Fähigkeiten auf die Probe stellen.“

Das neue Abwehrsystem soll in diesem Jahr ersten Tests unterzogen werden. Dabei wird es die bestehenden Systeme „Eisenkuppel“ und „Arrow“ unterstützen. Wann es zu 100 Prozent einsatzfähig sein wird, steht noch nicht fest. (Israelnetz)